Managen per Sprachsteuerung

Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 50 Prozent aller Suchanfragen entweder per Sprachbedienung oder als Bildersuchen erfolgen werden.

Siri, Alexa und Cortana sind gerade in aller Munde. Die Smart Speaker haben Einzug in unseren Alltag gehalten. Doch die Sprachsteuerung lässt sich nicht nur im Privathaushalt einsetzen, sondern vielmehr bei Maschinen, Rechenzentren und viele anderen Unternehmensaufgaben.

Einsatzgebiete von Sprachsteuerung sind vielseitig

Ob Online-Support mit Hilfe von Chatbots, selbstfahrende Autos oder virtuelle Sprachassistenten – AI (Künstliche Intelligenz) und Sprachsteuerung helfen immer öfter, den Alltag zu meistern. Sprachassistenten wie Siri, Alexa, Cortana oder Google Now suchen zuhause bereits Musik aus, erklären uns das Wetter, lesen Nachrichten vor oder unterstützen uns als Verbraucher beim Einkauf und geben auf Zuruf Bestellungen auf. Doch was im Privathaushalt ein nice-to-have ist, übernimmt AI bereits in Unternehmen und in der Medizin wichtige Aufgaben. Personalisierte Angebote bekommt man von Amazon im eCommerce, in Kliniken untersucht der digitale Assistenten tausende von Bildern nach bösartigen Krebszellen und das in Sekunden. Trotz diesem Trend ist die Sprachsteuerung in der Wirtschaft noch unterrepräsentiert, die ersten Anwendungen erreichen nun aber die Unternehmen. Auch für Brands werden die Sprachassistenten interessanter, um entsprechend Werbung zu schalten und sich so Brand Image, Produkten und Dienstleistungen einen Uplift zu ermöglichen.

Smarte Dienste: „Ihr Wort ist mir Befehl“

Sprachsteuerungen können überall dort integriert werden, wo Computer bereits smart arbeiten. So konvertiert, zum Beispiel, die Azure-Plattform von Microsoft gesprochene Sprache in Text, oder erzeugt natürlich klingende Sprache aus Text mithilfe von standardmäßigen (oder anpassbaren) Voicefonts. Es können schnell sprachfähige Apps und Dienste mit vielerlei Funktionen erstellt werden. Daten aus verschiedenen Quellen und Anwendungen werden so mit Sprachsteuerung verwaltet und daher auch per Spracheingabe gesteuert werden. In der Schwerindustrie überwachen Systeme Anlagen und prognostizieren, wann diese gewartet werden müssen. Für weitere Branchen und Industrien vom Vorteil beim Monitoring und auch Condition Monitoring. Denken Sie an Automotiv, Ihr Fahrzeug spricht mit Ihnen, wann zu wenig Öl vorhanden sind, wann die Reifen erneuert werden müssen. All dies ließe sich sprachlich lösen. Das wider rum bringt die Werbeindustrie ins Spiel. Auch Vermarkter und Marketers werden ebenfalls smarter: Der Marketingkonzern Dentsu hat mit Partnern ein System aufgebaut, das auf der Straße Autotypen identifiziert und auf digitalen Bildschirmen in der Nähe Werbung ausspielt, die zur Marke und zu ihren Zielgruppen passt. Es wird zwar noch einige Zeit dauern, bis auch solche Funktionalitäten sprachlich auszusteuern sind.

Doch Google Now, Siri, Cortana oder Alexa sind bereits über mobile Geräte und auch auf dem Computer im Büro angekommen und helfen hier bei der Arbeit, etwa bei ganzen Identity & Access Management. In der Vergangenheit verschafften sich Mitarbeiter mit einfachen Transpondern oder magnetischen Karten Zutritt ins Office oder sensible Unternehmensbereiche. Dann kamen Fingerabdruck und der Scan der Retina, nun setzen die Kontrollen auch auf Spracherkennung. Diese ist zwar schon lange möglich, dank verbesserter Algorithmen wird sie nun aber einfacher und günstiger. Mit einem weiteren Merkmal, etwa einem persönlichen Code, bietet Spracherkennung viel Sicherheit, sie ist deutlich komfortabler als beispielsweise der Augenscan. Neuere mobile Geräten von Apple sind bereits mit Spracherkennungstechnik und Fingerabdruckscanner ausgerüstet und bringen damit alle Voraussetzungen für ein zweistufiges Authentifizierungsverfahren mit.

Sprache & Computer

  • Spracherkennung bei der Authentifizierung: Schließsysteme identifizieren User anhand ihrer Stimme.
  • Spracheingaben von Text und automatisierte Antworten sind heute bereits im Customer Care Alltag.
  • Sprachsteuerung per mündlichem Befehl ist indes noch selten – In den USA werden erste Routineaufgaben in Rechenzentren so gemanagt.

Auch interne Prozesse können durch Sprachsteuerung vereinfacht werden.
Schon heute setzen Unternehmen auf digitale Systeme, die zum Teil automatisiert sind. Natürlich werden darin die wichtigsten Schritte weiterhin von Menschen gesteuert, doch das muss nicht mehr durch einen Klick geschehen. In diesem Fall werden Manager vom System angerufen, Cortana oder eine andere Sprachsteuerung schaltet sich ein und erwartet den Befehl:

„Hallo – das Marketing-Team fragt die Budgetfreigabe über 2.500 Euro für die Launch-Kampagne.“
„Wie hoch ist das Marketingbudget?“ „Es beträgt 54.800 Euro.“
Okay, dann gebe ich das jetzt frei.“

Effizientes Managen mit Hilfe der Sprachsteuerung

Ähnliche Dialoge entlasten auch die IT. Schon heute werden Rechenzentren per Sprachbefehle gemanagt und organisiert. Auch die IT-Infrastruktur kann leicht mit Sprachbefehlen gesteuert werden – schriftlich oder gesprochen. Eine sich häufig wiederholende Aufgabe für IT-Administratoren besteht beispielsweise darin, ausreichend Speicherplatz für mobile Unternehmensanwendungen bereitzustellen. Sprachsteuerung beschleunigt diese Aufgabe. Auch weitere Abteilungen im Unternehmen werden von von dieser Entwicklung profitieren. Um Unternehmensaufgaben sprachlich steuern zu können, sind Cloud-Anwendungen und Virtualisierung notwendig.

Voraussetzung für die Einbindung von Siri, Alexa und Co. ist eine IT-Architektur, die so genannte REST-Schnittstellen beinhaltet und darüber Aufgaben automatisiert. Danach verwaltet sich die IT weitestgehend selbst. Hersteller von Virtualisierungs- und Cloud-Plattformen nutzen außerdem oft ein Entwicklungstool von Microsoft, um Dienste mit Funktionen Azure kommunizieren zu lassen und über Schnittstellen (API) mit Aktionen im eigenen Rechenzentrum zu koppeln. Zu erwarten ist, dass bald Anbieter von Clouddiensten damit werben, dass sie Sprachsteuerung und Spracherkennung in ihre Leistungen für Unternehmen integrieren. IT-Abteilungen, die sich damit beschäftigen, sollten erst prüfen, ob ihre Plattform technisch in der Lage ist, künstliche Intelligenz und Sprachsteuerung zu integrieren. Wer in seinem privaten Alltag mit Alexa oder Siri kommuniziert, weiß, dass beide noch keine komplexen Befehle verstehen. Um Spracheingabe im Unternehmen zu ermöglichen, muss also die Technik noch mehr bieten und vor allem Komplexität verarbeiten können. Danach können Routineaktionen oder wiederholende Funktionen automatisiert und damit auch per Sprache gemanagt werden.

Modern Workplace

Seit Angestellte auch Büro- und andere Aufgaben mit mobilen Geräten erledigen, bröckelt die Skepsis in Unternehmen, Technologien einzusetzen, die ursprünglich für Verbraucher entwickelt wurden. Denn damit lassen sich die IT und viele weitere Aufgaben einfacher und komfortabler verwalten. Unternehmen sichern sich damit einen technologischen Vorsprung, aber auch mehr Produktivität. Gesprochen sind Befehle an Maschinen, Rechner und Server deutlich effizienter. Siri, Alexa, Cortana & Co. können dann über Self-Service-Portale und innovative Anwendungen in beinahe jeder Abteilung Routineaufgaben übernehmen und die Menschen im Office entlasten. In vielen Abteilungen, allen voran Customer Service, Marketing, PR oder auch HR erledigen Smarte Assistenten unzählige Aufgaben. Auch bei Kunden kommen die digitalen Helfer durchaus positiv an. Als Kunde möchte man ja so schnell wie möglich die Lösung zu seinem „Problem“ oder Anfrage erhalten. Also eine absolute Win-Win-Situation.

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